Wer in Osnabrück nach einem Cannabis-Shop sucht, sucht nach etwas, das es nicht gibt. Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) erlaubt Erwachsenen seit dem 1. April 2024 Besitz und Anbau in bestimmten Grenzen, einen Verkauf in Geschäften sieht es aber nicht vor.

Legal bleiben drei Wege: der Cannabis Social Club, der private Eigenanbau und für eine ärztliche Behandlung die Apotheke. Welcher davon passt, hängt weniger vom Wohnort ab als von zwei Fragen. Gibt es einen medizinischen Grund? Und wie viel vom Anbau will man selbst übernehmen?

Nicht im Laden. Coffeeshops, Cannabis-Geschäfte und Straßenhandel sind auch nach der Teillegalisierung verboten, in Osnabrück wie überall in Deutschland.

Geschäfte, die Hanf- oder CBD-Produkte anbieten, fallen nicht unter das KCanG. Sie sind kein Weg zu THC-haltigem Cannabis, wie es ein Cannabis Social Club oder eine Apotheke abgibt.

Auch Angebote im Internet oder über Messenger, die Cannabis ohne Rezept zur Lieferung anbieten, sind kein legaler Weg. Was dort verkauft wird, stammt vom Schwarzmarkt, ohne Kontrolle von Herkunft und Wirkstoffgehalt.

Die drei legalen Wege im Überblick

Cannabis Social ClubEigenanbauApotheke
Rechtsgrundlage§ 11 KCanG§ 9 KCanGMedizinal-Cannabisgesetz
Rezept nötigneinneinja
VoraussetzungMitgliedschaft im VereinWohnsitz in Deutschlandärztliche Behandlung
Mengehöchstens 25 g am Tag und 50 g im Monatbis zu drei Pflanzen gleichzeitignach Verschreibung
Eigener AufwandAbholung vor OrtAnbau, Pflege und ErnteArzttermin und Rezept

Die Wege schließen sich nicht gegenseitig aus. Wer Mitglied in einem Cannabis Social Club ist, darf zusätzlich bis zu drei eigene Pflanzen halten.

Mitgliedschaft in einem Cannabis Social Club

Ein Cannabis Social Club ist ein eingetragener, nicht gewinnorientierter Verein mit behördlicher Erlaubnis nach § 11 KCanG. Das Gesetz nennt ihn Anbauvereinigung. Angebaut wird gemeinschaftlich im Verein, abgegeben wird ausschließlich an die eigenen Mitglieder. Ein Rezept oder eine Diagnose braucht es dafür nicht.

Rechtlich ist das kein Verkauf. Die Weitergabe erfolgt gegen einen Beitrag, der die Kosten des Vereins deckt, ohne Gewinn. Sie ist an feste Regeln gebunden:

  • Nur an Mitglieder. Nichtmitglieder erhalten kein Cannabis, auch nicht zur Probe.
  • Nur persönlich am Vereinssitz. Versand und Lieferung sind ausgeschlossen, bei jeder Abholung werden Identität und Alter geprüft.
  • Nur in gesetzlichen Mengen. Höchstens 25 Gramm am Tag und 50 Gramm im Monat, dokumentiert bei jeder Abgabe.
  • Nur in einem Verein. Eine Mitgliedschaft in mehreren Clubs gleichzeitig ist nicht erlaubt.

Anbau und Weitergabe finden unter Aufsicht der zuständigen Behörde statt, in Niedersachsen ist das die Landwirtschaftskammer. Woher das Cannabis stammt, ist damit für jedes Mitglied nachvollziehbar.

In Osnabrück gibt der CSC GREENOS e.V. seit dem 10. August 2026 Cannabis aus eigenem Anbau an seine Mitglieder ab. Der Verein nimmt Mitglieder ab 21 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland auf. Die Kosten liegen bei 10 Euro Aufnahmegebühr und 20 Euro Jahresbeitrag, Ablauf und Antrag stehen unter Mitglied werden. Wie ein Cannabis Social Club grundsätzlich funktioniert, erklärt der Beitrag Was ist ein Cannabis Social Club?.

Privater Eigenanbau

Nach § 9 KCanG darf jede volljährige Person mit Wohnsitz in Deutschland bis zu drei lebende Cannabis-Pflanzen gleichzeitig anbauen, ausschließlich zum eigenen Konsum. Pflanzen und Ernte müssen vor dem Zugriff von Kindern und Jugendlichen gesichert sein.

Die Ernte darf nicht weitergegeben werden, auch nicht unentgeltlich an Freunde oder Familie. Bis zur ersten Ernte vergehen mehrere Monate, dazu kommen Ausrüstung und Platz.

Samen und Stecklinge dürfen Cannabis Social Clubs nach § 20 KCanG auch an volljährige Nichtmitglieder weitergeben, in festen Monatsgrenzen und nur persönlich vor Ort. Die Einzelheiten stehen im Beitrag zum privaten Eigenanbau.

Medizinisches Cannabis aus der Apotheke

Die Apotheke ist der Weg für eine ärztliche Behandlung. Cannabis zu medizinischen Zwecken ist im Medizinal-Cannabisgesetz geregelt und wird nur auf ärztliche Verschreibung abgegeben. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur bei einer schwerwiegenden Erkrankung und in der Regel erst nach Genehmigung (§ 31 Absatz 6 SGB V).

Die Regeln für diesen Weg sollen strenger werden. Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass Cannabisblüten nur nach persönlichem Arztkontakt verschrieben und nicht mehr per Versand abgegeben werden dürfen (Bundestags-Drucksache 21/3061). Bis Mitte September 2026 hat der Bundestag darüber nicht abgestimmt.

Welcher Weg passt zu wem?

Für Erwachsene ohne medizinischen Grund, die nicht selbst anbauen wollen, ist der Cannabis Social Club der dafür vorgesehene Weg. Wer Platz und Interesse am Anbau hat, kann selbst anbauen oder beides verbinden.

Bei gesundheitlichen Gründen führt der Weg über Arztpraxis und Apotheke.

Was in Osnabrück für Besitz, Konsum und Konsumverbote gilt, ordnet unser Beitrag Cannabis in Osnabrück ein. Mehr zum Cannabis Social Club in Osnabrück steht auf unserer Startseite.

Häufige Fragen zum legalen Bezug von Cannabis

Einen freien Verkauf in Geschäften gibt es in Osnabrück nicht, das KCanG sieht ihn nicht vor. Legal sind drei Wege: die Mitgliedschaft in einem Cannabis Social Club, der private Eigenanbau von bis zu drei Pflanzen und für eine ärztliche Behandlung medizinisches Cannabis auf Rezept aus der Apotheke.

Gibt es in Osnabrück einen Cannabis-Shop?

Nein. Das KCanG sieht keinen Verkauf von Cannabis in Geschäften vor. Läden mit Hanf- oder CBD-Produkten fallen nicht unter das KCanG und sind kein Weg zu Cannabis, wie es ein Cannabis Social Club oder eine Apotheke abgibt.

Braucht man für einen Cannabis Social Club ein Rezept?

Nein. Für die Mitgliedschaft in einem Cannabis Social Club braucht es weder Rezept noch Diagnose. Beim CSC GREENOS e.V. sind ein Mindestalter von 21 Jahren, ein Wohnsitz in Deutschland und keine gleichzeitige Mitgliedschaft in einem anderen Verein die Voraussetzungen.

Kann man Cannabis in der Apotheke ohne Rezept bekommen?

Nein. Apotheken geben Cannabis nur auf ärztliche Verschreibung nach dem Medizinal-Cannabisgesetz ab. Für den Bezug ohne medizinischen Grund kennt das Gesetz den Cannabis Social Club und den Eigenanbau.

Verkauft ein Cannabis Social Club Cannabis?

Nein. Ein Cannabis Social Club gibt Cannabis ausschließlich an seine eigenen Mitglieder weiter, gegen einen Beitrag, der die Kosten des Vereins deckt. Der Verein arbeitet nicht gewinnorientiert, Nichtmitglieder erhalten kein Cannabis.

Darf man Cannabis bestellen und nach Hause liefern lassen?

Ohne Rezept nicht. Cannabis Social Clubs dürfen Cannabis nur persönlich am Vereinssitz weitergeben, Versand und Lieferung sind gesetzlich ausgeschlossen. Lieferangebote ohne Rezept im Internet oder über Messenger stammen vom Schwarzmarkt.